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Max Philipp Schmid

Im Rahmen der Reihe «Meet the Artist» im Kino Xenix in Zürich hat man die grosse Gelegenheit, das Werk von Max Philipp Schmid zu entdecken. Durch das Programm mit 9 filmischen Werken führt Katrin Grögel, Beauftragte für Kulturprojekte (Bildende Kunst, Film und Multimedia) des Kantons Basel Stadt. Als Abschluss wird Schmids neuster Film «Paradies» besprochen, der an den Solothurner Filmtagen seine Uraufführung hatte. Filmexplorer hat Max Philipp Schmid in seinem Atelier getroffen, um seine Visionen und Ideen zu ergründen.

Die beeindruckende Film- und Videoarbeit von Max Philipp Schmid zeigt die künstlerischen Kräfte der Dekonstruktion und der Konstruktion. Die Freude am Experimentieren mit dem Material von bewegten Bildern nimmt oft einen analytischen Pfad: Die Bewegung werden zu Sequenzen von Bildern, von verschiedener Geschwindigkeit und Rhythmus, und diese Sequenzen werden auch einzelne Bilder. Ein etwas zerstörerischer Prozess, um zum Kern des Videostoffs vorzudringen – und auch zum Kern der Mimik, zum Kern des menschlichen Ausdrucks, zum Wesen der Bewegung selbst.

Aber die Entrahmung schliesst immer eine Wiedereinrahmung ein. Schmids analytische Ergebnisse sind nur der Startpunkt für einen kreativen Konstruktionsprozess: Wiederholungen, Superpositionen, Reenactments. Assoziationen rhythmisieren das Editing, welches das Herzstück seines Experimentierens ist. Man hat den Eindruck, dass der Leiter dieses konstruktiven Pfades die Tonebene ist, welche eine kontinuierliche Struktur liefert. Diese subtile Setzung der Tonstruktur könnte jedoch durchaus auch als Werk für sich bestehen.

Das fantastische und fremd-freundliche Universum Schmids versichert unserer Erfahrung eine echte Reise, wo die emotiven Stimmungen doch immer prägnant bleiben. Eine geheimnisvolle, wuchernde Natur, die Grenzen der menschlichen Ausdrucksfähigkeit, das Scheitern an sich und die Lust an der Entdeckung von künstlichen Bildern und Tönen sind wiederkommende Themen, die die Welten eines ausserordentlichen Künstlers zeichnen.

Text: Giuseppe Di Salvatore | Audio/Video: Ruth Baettig
First published: April 24, 2016

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