Sans voix
Sans Voix von Samuel Patthey verbindet die hypnotisierende Intensität der Technokultur mit einer unerwarteten emotionalen Tiefe und einer persönlichen Geschichte. Ein junger Mann verliert sich durch Techno und Drogen in seiner eigenen Welt, wobei die Grenze zwischen der Liebeserklärung an die Musik und den destruktiven Seiten dieser Szene verschwimmt. Die Erkenntnis, dass der Protagonist bald Vater wird, drängt sich sowohl bei ihm selbst als auch beim Publikum zunehmend ins Bewusstsein. Dank des energetischen Schnitts und der Technik der handgezeichneten Animation werden die Panik und die zeitgleiche Lähmung, die man empfindet, wenn sich ein neuer Lebensabschnitt anbahnt, fast körperlich spürbar. Die Zeichnungen wirken wie direkt aus dem Skizzenbuch entsprungen, roh und voller Energie und trotzdem unglaublich präzise, was die immersive Atmosphäre im Zusammenspiel mit den Technobeats so stark macht. Das Schlussbild der Familienidylle gehört ebenso zu dieser persönlichen Dokumentation wie die exzessiven Rave-Szenen und wirkt deshalb keineswegs moralisch aufgeladen.
Samuel Patthey | CH 2024 | 15’ | Pardino d’oro Best Swiss Short Film at Locarno Film Festival 2024, Best Swiss Short Film at Fantoche Festival Baden 2024, Solothurner Filmtage 2025
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Text: Lara Perren